Deep-Sky-Objekte visuell beobachtet - NGC 40 

NGC 40, gezeichnet von Andreas Domenico nach visuellen Bebachtungen mit einem 457/1850-mm-Newton bei 205- bis 266facher Vergrößerung mit [OIII]-Filter

NGC 40, Bilddaten wie nebenstehend, aber nach Bebachtungen ohne Filter.

Zu den bemerkenswertesten Planetarischen Nebeln gehört NGC 40 im nördlichen Teil des Cepheus. Den höchsten Stand am Himmel erreicht das Objekt eigentlich im Herbst, aber das Sternbild ist zirkumpolar. In den kurzen Sommernächten steht NGC 40 im Nordosten in etwa auf der Höhe des Polarsterns. Allerdings ist er wegen seiner isolierten Lage nicht ganz leicht zu finden (ca. 5° südlich von g Cep). Erschwerend kommt hinzu, daß er aufgrund seiner geringen Gesamthelligkeit (12.6 mag) und kompakten Größe (37") im Randbereich der Milchstraße leicht übersehen wird.

Jeder Beobachter sollte versuchen, den visuellen Anblick von NGC 40 mit verschiedenen Fernrohröffnungen jeweils mit und ohne [OIII]-Filter zu vergleichen. Ohne Filter zeigt ein Zweizöller nur den 11.6 mag hellen Zentralstern, wogegen mit dem Linienfilter auch der rundliche Nebelschimmer sichtbar wird. Der Stern gehört dem WC8-Typ an, d. h. er besitzt ein Spektrum mit außergewöhnlich starken Sauerstoff- und Kohlenstoff-Emissionslinien. Durch ein Prismenspektroskop oder Blaze-Gitter kann dieses merkwürdige Spektrum auch direkt beobachtet werden.

Nicht minder interessant ist der umgebende Planetarische Nebel, dessen Detailreichtum mit jedem Zoll mehr Öffnung ansteigt, So läßt ein Achtzöller schon ein elliptisches Scheibchen mit aufgehelltem Rand erkennen - es entsteht der Eindruck eines klassischen "Ringnebels". Mit 12 Zoll Öffnung erscheint die Hülle am Nord- und am Südrand aufgerissen, so daß die helle Nebelkante in zwei gegenüberliegende Sicheln zerfällt, Noch größere Teleskope zeigen schwachleuchtende Strukturen in der Hülle, die von dunklen Einbuchtungen unterbrochen sind. Bei hohen Vergrößerungen sind sogar in den geöffneten Stellen des Randbereichs indirekt schwache Nebelfetzen zu sehen. Ohne [OIII]-Filter verschwinden diese feinen Details, und der Nebel wird zu einem strukturlosen Fleck mit hellem Rand.