Deep-Sky-Objekte visuell beobachtet - NGC 2903 

Zeichnung der Galaxie NGC 2903 nach visuellen Beobachtungen an einem 18"-Newton-Teleskop bei 205facher Vergrößerung (Andreas Domenico)


Die hellen Galaxien der Leo-Gruppe bilden zusammen mit zahlreichen weiteren Objekten den westlichen Ausläufer einer Ansammlung von Galaxienhaufen, die sich durch die Sternbilder Jungfrau, Coma und Löwe hinziehen. Zu den hellsten Objekten im Löwen zählt neben M 95, M 96 und M 105 auch die Spiralgalaxie NGC 2903, etwa 1°,5 südlich des hellen Sterns l Leo, am Kopf des Löwen gelegen. Bei einer visuellen Gesamthelligkeit von 9 mag ist es überraschend, daß dieses Objekt keine Messier-Nummer besitzt.

Visuell ist NGC 2903 schon in einem Zweizöller beobachtbar, dabei erscheint die Galaxie als ovaler Nebelschimmer mit einem kompakten, jedoch nicht stellaren Kern. Da sich die Gesamthelligkeit von NGC 2903 auf eine Fläche von rund 70 Quadratbogenminuten verteilt, resultiert eine relativ geringe Flächenhelligkeit. Dennoch ist die Sb/Sc-Galaxie ein sehr lohnendes Objekt für größere Teleskope. Mit einer Öffnung von mindestens 12 Zoll sind andeutungsweise zwei Spiralarme erkennbar, die von den Spitzen des elongierten Zentralbereichs ausgehen. Mit 18" Öffnung zeigt sich die Spiralstruktur wesentlich deutlicher und leicht geschwungen, wie die nebenstehende Zeichnung zeigt. 

Dem geübten Beobachter offenbart eine so große Fernrohröffnung mindestens drei Spiralarme, in denen einzelne Knoten sichtbar sind, sowie eine hellere Verdichtung in der Nähe des Kerns, die, wie auch die schwächeren Spiralarme, besonders bei indirektem Sehen gut auszumachen ist. Es handelt sich um NGC 2905, die hellste HII-Region in dieser Galaxie. Unter einem Hochgebirgshimmel sollten auch weitere HII-Regionen in NGC 2903 beobachtbar sein. Doch bereits für die Sichtung der Spiralstruktur sind ein mondloser und streulichtfreier Himmel unabdingbar. Die Zeichnung von NGC 2903 wurde unter entsprechenden Bedingungen (Grenzgröße mit dem bloßen Auge 6.7 mag) in der Nähe von Breitenbuch im Odenwald angefertigt, 42 km südöstlich von Darmstadt.