Objekte der Saison - Copeland's Septet
| Name | R.A. (2000.0) | Dec. | Con | Typ | Größe | Helligkeit | Flächenhell. | U2000 |
| NGC 3745 | 11h 37,7min | +22° 01' | Leo | SB(s)0 | 0,3' × 0,2' | 15,4 | 12,0/' | 147 |
| NGC 3746 | 11h 37,7min | +22° 00' | Leo | SB(r)b | 1,1' × 0,6' | 14,2 | 13,6/' | 147 |
| NGC 3748 | 11h 37,8min | +22° 02' | Leo | SBO ? sp | 0,8' × 0,4' | 14,8 | 13,4/' | 147 |
| NGC 3750 | 11h 37,9min | +21° 58' | Leo | SAB0 ? | 0,7' × 0,6' | 13,9 | 12,8/' | 147 |
| NGC 3751 | 11h 37,9min | +21° 56' | Leo | S0 pec ? | 1,1' × 0,5' | 13,9 | 13,1/' | 147 |
| NGC 3753 | 11h 37,9min | +21° 59' | Leo | Sab pec | 1,8' × 0,5' | 13,6 | 13,4/' | 147 |
| NGC 3754 | 11h 37,9min | +21° 59' | Leo | SBb? pec | 0,5' × 0,4' | 14,3 | 12,4/' | 147 |
Quelle: J. Mueller |
Copeland's Septet: Zeichnung mit 18"-Newton bei 205× |
Copeland's Septet (= Hickson 57), im östlichen Teil des Löwen, stellt mit
Stephan's Quintet [1] und The Box [2] die "Creme de la Creme" der kompakten Galaxiengruppen im Hickson-Atlas dar [3]. Wie alle NGC-Objekte wurde auch diese "Nebelgruppe" visuell entdeckt: Um das Jahr 1865 von dem englischen Astronomen Ralph Copeland mit Lord Rosses 72 Zoll-Reflektor "Leviathan".
Bester Ausgangspunkt für ein erfolgreiches Aufsuchen der Galaxienansammlung ist der
8m-Stern SAO 81915, der nur 10' südöstlich steht. Der Stern ist schon im Feldstecher zu sehen und sollte bei Fernrohrbeobachtungen außerhalb des Gesichtsfeldes gehalten werden. Im Vergleich zu Stephan's Quintet im Pegasus wird der visuelle Beobachter rasch feststellen, daß diese Galaxiengruppe ungleich schwieriger zu beobachten ist. Zunächst einmal ist sie sehr klein; alle Galaxien passen problemlos in ein Gesichtsfeld mit 10' Durchmesser. Hickson 57 ist damit ähnlich kompakt, wie einige der leichteren Shakhbazian-Galaxiengruppen. Außerdem sind die Helligkeiten der einzelnen Galaxien insgesamt rund eine Größenklasse schwächer. Meist wirkt sich das Zusammenspiel von kompaktem Erscheinungsbild (Durchmesser kleiner als 1') und verhältnismäßig hoher Flächenhelligkeit dennoch günstig für eine visuelle Beobachtung aus. Allerdings setzt schon das hellste Mitglied
NGC 3753 mit 13m,6 mindestens einen 8-Zöller voraus. Unter guten Bedingungen sollten mit dieser Öffnung bereits drei Galaxien zu sehen sein. Fünf bis sechs NGC-Objekte sind unter dunklem Himmel ab 12" Öffnung eindeutig beobachtbar, wenngleich der Hauptteil der Gruppe mit den Objekten
3750, 3753 und 3754 nur schwer aufzulösen ist [4].
Dieser Teil ist auch als Arp 320 bekannt [5]. Auf sehr tiefen Aufnahmen ist in der Tat zu erkennen, daß die hellste Galaxie NGC 3753 (Hick 57a) eine Störung in Form eines gekrümmten, nach Südosten gerichteten Ausläufers zeigt. Aufgrund der Gezeitenwirkung weist die stark elongierte Galaxie eine ähnliche, aber schwächere Struktur auch auf der entgegengesetzten Seite auf. Die Störung rührt höchstwahrscheinlich von der gravitativen Einwirkung der kompakten 3754 (Hick 57d) her, die ihrerseits ebenfalls eine pekuliäre Morphologie besitzt.
Tatsächlich stehen 3753/4 einander so nahe, daß auch in größeren Geräten eine vollständige visuelle Trennung der zwei Galaxien schwierig ist. Der Datenkatalog der Uranometria 2000.0 [6] gibt für beide Objekte auf die Bogenminute, bzw. zehntel Rektaszensionsminute identische Positionen an. Ein Test für Beobachter mit großen Teleskopen ist auch die schwache Galaxie
PGC 36010 (Hick 57h), die nur 0,5' südöstlich von NGC 3748 steht. Sie ist auf dem POSS nur geringfügig schwächer als das schwächste Mitglied der Siebenergruppe
NGC 3745. Der POSS zeigt über diese acht Objekte hinaus unmittelbar südwestlich von Copeland's Septet einen Schwarm schwacher und schwächster Galaxien, die mit 18m und 19m weit jenseits der visuellen Sichtbarkeit liegen.
Literatur
[1] Wenzel, K.: NGC 7331 und ihre Nachbarn, interstellarum 12, 42 (1997)
[2] Veit, K.: NGC 4169-Gruppe, Objekte der Saison, interstellarum 7, 52 (1996)
[3] Hickson, P.: Atlas of Compact Groups of Galaxies, ApJ 255, 382 (1982);
dto. geb. Gordon and Breach Science Publishers, Langhorne PA. (1994)
[4] Stürner, M.: Zehn lohnende Galaxiengruppen, interstellarum 9, 20 (1996/97)
[5] Arp, H. C.: Atlas of Peculiar Galaxies, ApJS 14, 1 (1966);
dto. geb. California Institute of Technology, Pasadena CA. (1978)
[6] Cragin, M. et al.: The Deep Sky Field Guide to Uranometria 2000.0, Willmann-Bell, Inc., Richmond (1993)
[7] de Vaucouleurs, G. et al.: Third Reference Catalogue of Bright Galaxies, Springer, New York (1991)